Meeres Angel Club - Austria
www.mac-austria.at
13.Weltmeisterschaft
Big Game Angeln
Südafrika, Sodwana
Bay, Mai 2004
Ein
Bericht unseres Präsidenten und WELTMEISTER Ingo Heinelt:
"
Vor mir liegt eine Goldmedaille
mit der Inschrift "CHAMPIONNAT DU MONDE DE LA PECHE SPORTIVE EN MER BIG
GAME FISHING CIPS-FIPS/M SODWANA BAY/SOUTH AFRICA 2004".
Am 29. April 2004 flogen zwei österreichische
Teams über Zürich und Johannesburg nach Durban, Südafrika zur dort
stattfindenden Weltmeisterschaft im Big Game fischen, um den Großen das Fürchten
zu lehren. Es waren das: Team Austria 1 mit Dr. Ingo Heinelt als Kapitän
sowie Johann Matthias Fink und Horst Schmöller sowie Team Austria 2 mit Hans
Steinbrecher als Kapitän und Erich Wiche und Karl Zeitelberger.
Die ersten zwei Nächte haben wir
im Hotel "Holiday Inn" zugebracht und uns in den einschlägigen
Fischerrei-Geschäften mit Ködern, Leinen usw. eingedeckt. In Durban hat
auch die Eröffnungszeremonie samt Festessen stattgefunden. Als Team "Austria"
waren wir natürlich auf Grund unseres Anfangsbuchstabens überall die Ersten.
So durfte ich auch bei der Eröffnungsfeier für Österreich eine kleine
Ansprache halten und habe diese mit den Worten abgeschlossen wie folgt:
"Wir sind nur ein kleines Land ohne Meer, aber ich hoffe, wir können
euch zeigen wie man im Meer fischt!". Dieses Statment hat große und
positive Heiterkeit hervorgerufen, aber nachher ist mir dann doch etwas mulmig
geworden.
Am Tag danach ging es dann für
alle Teams, mit zwei großen Bussen, ca. 450 km nördlich zur Sodwana Bay in
eine herrliche Lodge. Dort haben wir ein wunderschönes Quartier bezogen und
konnten uns in einem geräumigen Holzhaus mit vier Doppelzimmern und einer
wunderschönen großen Terrasse richtig wohlfühlen.
Zunächst hat dort die Kapitänsbesprechung
stattgefunden und wurden hiebei 32 Teams aus 15 Nationen begrüßt. Jedes Team
hat für den ersten Tag ein Boot mit zwei Mann Besatzung zugeteilt bekommen
(je ein Skipper und ein Betreuer sowie Kontrollor).
Am Montag, den 3. Mai war ein
Trainingstag vorgesehen. Dieser ist jedoch auf Grund relativ rauher See
entfallen. Fast alle Teams sind zwecks Vermeidung eines unnötigen Risikos
nicht ausgefahren.
Hiezu muss festgehalten werden,
dass der Start in der Sodwana Bay nicht aus einem gesicherten Hafen, sondern
aus einer natürlichen Bucht heraus erfolgt und zunächst eine hohe und nicht
ungefährliche erste Brandungswelle zu überwinden ist. Wir haben jedoch den
Tag mit Hilfe unserer Bootskapitäne gut bewältigt und nochmals im Lager
Fischereiuntensilien und im nahen Supermarkt auch sonstige notwendige
Lebensmittel wie Wein und Bier besorgt. Am Nachmittag wurden dann fleißig die
Ruten und Rollen montiert, Doppelleinen gebastelt und die besten Köder
besprochen und vorbereitet.
An den folgenden vier
Wettkampftagen, vom 4. bis 7. Mai, gab es dann jeden Tag von 5:00 Uhr bis 6:00
Uhr Frühstück. Anschließend Transport zur Sodwana Bay (ca. eine 1/4
Stunde), ab 7:00 Uhr "Lines in", um 14:00 Uhr "Lines up".
Am 1. Tag ist mein Team mit einem
leicht maroden Horst Schmöller aufgebrochen, welcher einige Probleme mit
einer kleinen Seekrankheit hatte.
Bis 13:45 Uhr hatten wir zwar
einige kleine, aber nur einen maßigen Fisch gefangen (Mindestgewicht war 5
kg). Aber dann war es soweit! Kurz vor Schluss hat auf meiner Rute ein
Sailfish angebissen und konnte ich diesen sicher fast um Punkt 14:00 Uhr
landen. Die Freude an Bord war natürlich riesig groß, denn so ein Sailfish
hat ohne Rücksicht auf sein Gewicht 40 Punkte gebracht. Ich habe das gute Stück
entsprechend den Wettkampfbestimmungen eigenhändig wieder ins Meer zurückversetzt.
Auf Grund der zwei eroberten Fische haben wir am 1. Tag den 3.
Gesamtplatz erreicht, wobei mein Sailfish der einzige Schwertfisch dieses
Tages war. Festzuhalten wäre, dass an diesem Tag und auch an den folgenden
Tagen fast jeweils die Hälfte der Boote mit keinem maßigen Fisch zurückgekommen
ist.
Am 2. Tag ist es uns dann leider
nicht mehr sehr gut gegangen und sind wir auch mit einem sogenannten "Nuller"
zurückgekehrt und insgesamt auf den 7. Gesamtplatz zurückgefallen.
Am 3. Wettkampftag habe ich nach
reiflicher taktischer Überlegung wieder mein verschwitztes Leiberl vom 1. Tag
angezogen und nicht wie am 2. Tag ein frisches, sodass wir an diesem Tag jeder
von uns einen maßigen Fisch an Land bringen konnten. An diesem Tag haben wir
wieder den 3. Tagesplatz erreicht und uns in der Gesamtwertung wieder auf
Platz 4 vorgekämpft.
Am 4. und letzten Wettkampftag
wurde es dann so richtig spannend und chaotisch zugleich. Wir haben zunächst
nach 10 Minuten und 45 Minuten bereits die ersten zwei Fische an Bord
gehabt. Doch dann folgte die große Pause. In der Zwischenzeit haben wir nur
vernommen, dass die anderen Boote bereits je zwei Marlin und zwei Sailfishe
gefangen haben. Gott sei Dank ist es uns dann doch noch gelungen eine dritten
maßigen Fisch an Bord zu bringen. Ich selbst habe an diesem Tage nur zwei
nicht in die Wertung fallende Pilot-Fische gefangen.
Die Auswertung des 4.
Wettkampftages sowie des damit zusammenhängenden Gesamtergebnisses wurde an
diesem Tag streng geheim gehalten und die Verlautbarung der am selben
stattfindenden Siegesfeier vorbehalten. Wir haben zumindest gewusst, dass wir
auf Grund der vier gefangenen Schwertfische höchstens den 5. Tagesplatz
erobert hatten.
Es war fast wie beim Lotto:
"Alles ist möglich". An diesem Tag haben unsere lieben Kollegen vom
Team Austria 2, die bis jetzt noch nicht voll erfolgreich waren, ebenfalls
einen der Sailfishe gefangen.
Am Abend des letzten Tages hat
dann das Gala-Dinner samt Preisverleihung stattgefunden. Die Tunierleitung hat
immer nur gelächelt und sich sehr kryptisch und verschwiegen gegeben.
Im Rahmen der Preisverteilung habe
ich zunächst für den von mir gefangenen Sailfish einen Preis erhalten und
zusätzlich einen Preis für den ersten gefangenen Sailfish des Bewerbes.
Und dann wurde es für uns richtig
spannend. Bei der Medaillenverteilung wurde zunächst das Team Frankreich A für
die Bronzemedaille aufgerufen und anschließend Frankreich C für die
Silbermedaille. Nach einer kurzen künstlerischen Pause wurden dann
sensationell als Sieger und Gewinner der Goldmedaille das Team Austria 1
aufgerufen und sind wird unter lautem Hallo zur Siegerehrung aufs Podium
geeilt. Dort wurden uns vom FIPS-M Präsidenten, Marcel Ortan, die Medaillen
überreicht. Mit Hand am Herzen und Tränen in den Augen haben wird sodann die
österreichische Bundeshymne gesungen. Es war ein wahrhaft erhebender
Augenblick und haben wir uns im Blitzlicht-Gewitter wie im siebenten Himmel
gefühlt.
Zuletzt darf ich noch festhalten,
dass unser Team Austria 2 von 32 Nationen Platz 14, noch vor allen drei
Deutschen Teams, erreicht hat.
Ich konnte es mir natürlich nicht
entgehen lassen, diesen Erfolg unserem Altpräsidenten, Herman Foscht, zu
melden und hat dieser für uns am Flughafen Schwechat einen würdigen Empfang
vorbereitet.
"